Berliner Polizei Ticker – Google Maps – Mashup

22. Juni 2007 von stefan.haubold

Vor ein paar Wochen habe ich auf Radio 1 ein Interview mit Frank Henkel gehört. Frank Henkel ist CDU-Innenexperte und fordert einen Kriminalitäts-Atlas für Berlin. Zu diesem Thema gibt es auch einen Artikel aus der Berliner Morgenpost: CDU fordert für Berlin einen Kriminalitäts-Atlas.

Über den Nutzen eines solchen Atlasses lässt sich mit Sicherheit streiten und die Begründungen des Herrn Henkel haben mich nicht wirklich überzeugt. Aber aus verschiedenen Gründen bereitet die Umsetzung eines solchen Atlasses auch einige Probleme und Herr Henkel hat bisher nicht bekommen was er gerne hätte. Da passt es recht gut, dass ich ich den Berliner Polizei Ticker per RSS abonniert habe und für einen Ruby on Rails Job sowieso mit einer Google Maps Integration zu tun hatte. Also dachte ich mir – sowas lässt sich doch umsetzen.

Hier geht es zum Ergebnis: Berliner Polizei Ticker Google Maps Mashup

Die Seite ist mit dem Ruby on Rails Framework umgesetzt worden.Für die Google Maps Integration ist der YM4R Plugin zuständig.Die Adressen werden mit GeoKit geocodiert. Der RSS Feed wird einmal die Stunde durch ein “script/runner” Job abgefragt und dann werden alle neuen Items in die Datenbank gespeichert. Am Anfang habe ich dann einfach öfter auf die Seite geschaut, die entsprechenden Adressen aus dem Text genommen, dann von Hand in ein Adressfeld übertragen und schließlich über einen AJAX Aufruf mit GeoKit geocodiert (d.h. Lat/Lng bestimmt). Inzwischen gleiche ich den Text mit allen Berliner Straßen ab. Die Erfolgsquote liegt momentan bei gefühlten 90%. Ich werde das noch ein paar Tage beobachten und den Algorithmus optimieren. Wenn alles weiterhin gut läuft, werde ich dann schon beim Parsen des RSS die neuen Pressemitteilungen automatisch geocodieren und nur noch einmal am Tag die Ergebnisse überprüfen.

Die Mouseover Texte an den Markern lassen sich mit YM4R leider nicht umsetzen, dazu musste ich ein paar Modifikationen am Plugin vornehmen. Ich überlege momentan noch, ob die Änderungen, die für mich ausreichend funktionieren, gut genug sind, um sie an den Autor von YM4R zu schicken. Auf Anfrage kann ich meine Version des Plugins aber gerne zur Verfügung stellen.

Ein paar nette Features habe ich noch im Hinterkopf. Ich werde also noch einiges an der Seite verbessern.

Noch was zum Nutzen eines Kriminalitäts-Atlasses, ich lese nun schon eine ganze Weile den Polizei Ticker und ich muss sagen, dass das Lesen mein “subjektives Sicherheitsgefühl” nicht wirklich verbessert. Wenn man tagtäglich liest, was für ein Mist um einen herum passiert und was doch teilweise für kaputte Menschen rumlaufen, dann muss man schon echt aufpassen das man nicht eine Phobie gegen das “Vor die Tür gehen” entwickelt. Der Atlas, wie er von der CDU gefordert wird, soll ja nur einen groben Überblick über ein bestimmtes Wohngebiet verschaffen. Aber ich glaube so etwas führt nur dazu, dass ein einmal abgestempeltes Gebiet sich nur schwer verbessern kann. Zum einen werden die Leute dort nicht mehr hinziehen, zum anderen entwickeln alle die, die den Atlas lesen (oder auch meine Map verfolgen) wahrscheinlich eine gewisse Grundangst. Diese ist in meinen Augen nicht wirklich gerechtfertigt. Ich glaube, in Berlin merkt man recht schnell, wenn man sich in einem Gebiet befindet, in dem man etwas unsicherer ist als in anderen.Diese Gebiete sind auch je nach ethnischer Angehörigkeit komplett verschieden z.B. Marzahn im Vergleich zum Wedding. Entweder man fühlt sich irgendwo wohl, oder man macht es nicht. Niemand zieht in eine Wohnung um dann 2 Tage später festzustellen, dass die Gegend so schlimm ist, dass er jeden Abend ausgeraubt wird.

Im Großen und Ganzen glaube ich aber auch nicht so richtig daran, dass wir in Berlin schon Brennpunkte haben über die man Bürger aufklären müsste, bei aller Kriminalität, amerikanische Verhältnisse nach denen man in bestimmte Stadtteile nicht gehen kann, haben wir in Berlin noch lange nicht. Es geht in meinen Augen eigentlich nur darum die Menschen zu verunsichern und sie damit offen für mehr Sicherheitsmaßnahmen zu machen.

Und umso mehr Misstrauen man anderen Menschen entgegenbringt um so mehr wird man auch Bestätigung für sein Misstrauen finden. (Jawohl!)

Abgelegt unter: Ruby on Rails | Kommentare (4)

4 Kommentare

  1. deine Polizei » Blog Archive » Re: Polizei hat zuwenig Geld ?!? - Kritik an neuem Polizei-Informationssyst… Says:

    [...] sie zu zweit sind, dann können sie gut austeilen, das ist wie eine Mafiabande, da darf man nicht einmal falsch schauen. Dies trifft sicher nicht auf alle Polizisten zu, aber der Anteil dieser eher jungen [...]

  2. snail Says:

    hallo,

    schreibst du evtl. ein kleines tutorial darüber wie es jetzt einfacher zu realisieren geht?

    ich interessiere mich für ein googleMashup- auf der ich Inhalte einpflegen und dann wiederrum ausgeben lassen kann, mit Optionen die per checkbox ein und ausgeblendet werden können-
    ähnlich wie diese
    (links können gelöscht werden, keine werbung)

    http://www.gympost.com/gymsearch/map.php oder bikemap.net

    u.v.a.

  3. Jens Says:

    gut umgesetzt, aber 2 Fragen stellen sich mir dann doch.
    Irgendwie finde ich die Brandenburger Meldungen nicht, kommen die noch?
    und 2. wie sieht es eigentlich rechtlich mit der der Verwendung der Meldungen aus?

  4. stefan.haubold Says:

    Für Brandenburg, einfach oben auf “Brandenburg” klicken. Allerdings ist in Brandenburg die Lokalisierung nicht wirklich toll.

    Rechtlich – Keine Ahnung.

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